Kaum eine Region in Europa bietet so viele legal befahrbare Schotterstraßen in großer Höhe wie die Westalpen. Viele davon wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Militärstraßen zwischen Italien und Frankreich angelegt. Heute verbinden sie Forts, Hochtäler und Pässe – und sind für Geländewagen mit etwas Bodenfreiheit ein Traum.
Ligurische Grenzkammstraße (Via del Sale)
Der Klassiker unter den Westalpen-Pisten: Rund 60 Kilometer verläuft die Strecke vom Colle di Tenda Richtung Monesi auf dem Grenzkamm zwischen Piemont und Ligurien, meist zwischen 1.800 und 2.100 Metern. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Meer. Die Straße ist mautpflichtig und nur im Sommer geöffnet; Öffnungszeiten, Gebühren und Regeln werden jedes Jahr neu festgelegt.
Strada dell’Assietta
Die Assietta-Kammstraße verbindet das Chisone- mit dem Susatal und führt über weite Strecken auf über 2.000 Meter. Sie ist breit, gut befahrbar und landschaftlich spektakulär. Im Hochsommer ist sie an einzelnen Tagen für Motorfahrzeuge gesperrt, damit Wanderer und Radfahrer die Strecke für sich haben – vorher unbedingt die aktuellen Fahrtage prüfen.
Militärstraßen rund um Bardonecchia und das Susatal
Rund um Bardonecchia und Sestriere führen zahlreiche alte Festungsstraßen zu Forts und Aussichtspunkten. Einige sind inzwischen reglementiert, gesperrt oder nur mit Genehmigung befahrbar. Lokale Tourist-Infos und aktuelle Offroad-Foren sind hier die beste Quelle.
Worauf du achten solltest
- Regeln ändern sich: Viele Pisten haben Fahrverbotstage, Gewichtsgrenzen oder Mautsysteme. Informiere dich vor jeder Saison neu.
- Fahrzeug: Allrad und gute Bodenfreiheit sind empfehlenswert, All-Terrain-Reifen reichen meist aus. Mehr zu Begriffen wie Böschungswinkel und Bodenfreiheit im Offroad & Camping Lexikon.
- Ausrüstung: Bergeboards, Kompressor, Erste-Hilfe-Set und genug Wasser gehören an Bord. Wasserdichte Offroad Boxen halten Staub und Gewitterregen von der Ausrüstung fern.
- Rücksicht: Nur auf freigegebenen Wegen fahren, Weidetiere respektieren und keine Spuren hinterlassen.
Wann du am besten fährst, liest du in unserem Beitrag zur besten Reisezeit für die Westalpen.

