Offroad & Camping Lexikon

A

Achsübersetzung
Verhältnis zwischen Kardanwellen- und Raddrehzahl im Differenzial, z. B. 4,10:1. Nach dem Umstieg auf deutlich größere Reifen wird die Achsübersetzung oft angepasst, damit das Fahrzeug wieder Kraft und Durchzug hat.
Achsverschränkung
Beschreibt, wie weit sich Vorder- und Hinterachse gegeneinander verdrehen können, bevor ein Rad den Bodenkontakt verliert. Eine große Verschränkung hält im Gelände möglichst viele Räder am Boden und sorgt so für Traktion – typisch für Fahrzeuge mit Starrachsen wie den Jeep Wrangler.
Airing Down
Englisch für das Absenken des Reifendrucks vor einer Offroad-Strecke. Mit weniger Luft vergrößert sich die Aufstandsfläche des Reifens, er greift besser auf Sand, Schnee und Fels. Vor der Weiterfahrt auf Asphalt muss der Druck wieder erhöht werden – dafür ist ein Kompressor an Bord sinnvoll.
Allradantrieb (4x4, AWD)
Antrieb, bei dem alle vier Räder Kraft übertragen. Man unterscheidet zuschaltbaren Allradantrieb (Part-Time 4WD) und permanenten Allradantrieb mit Mitteldifferenzial (Full-Time 4WD oder AWD). Für echtes Gelände ist zusätzlich eine Untersetzung wichtig.
All-Terrain-Reifen (AT)
Reifen mit gemischtem Profil für Straße und leichtes bis mittleres Gelände. AT-Reifen sind der beliebteste Kompromiss für Overlander: leiser und langlebiger als Mud-Terrain-Reifen, aber deutlich griffiger abseits befestigter Wege. Viele Modelle tragen das Schneeflockensymbol (3PMSF).
Anhängelast
Das maximale Gewicht eines Anhängers, das ein Fahrzeug ziehen darf – getrennt angegeben für gebremste und ungebremste Anhänger. Die Werte stehen im Fahrzeugschein und dürfen auch mit Offroad-Umbauten nicht überschritten werden.
Anstellwinkel (Approach Angle)
Der vordere Böschungswinkel: Er gibt an, wie steil ein Hindernis sein darf, bevor die vordere Stoßstange aufsetzt. Höherlegung, größere Reifen und kurze Offroad-Stoßstangen vergrößern ihn.
Awning (Markise)
Seitlich am Dachträger montierte Ausziehmarkise, die schnell Schatten und Regenschutz am Fahrzeug bietet. Beliebt sind 180°- und 270°-Markisen, die einen großen Teil des Fahrzeugs umschließen.

B

Bauchfreiheit
Der kleinste Abstand zwischen Fahrbahn und dem tiefsten Punkt zwischen den Achsen. Je größer die Bauchfreiheit, desto seltener setzt das Fahrzeug auf Kuppen und Felsen auf. Siehe auch Rampenwinkel und Bodenfreiheit.
Bergegurt
Statischer Gurt zum Abschleppen oder Sichern; er dehnt sich kaum. Für das Herausziehen festgefahrener Fahrzeuge wird meist ein kinetisches Bergeseil verwendet, das Energie speichert und ruckartige Spitzen abfedert.
Bergeboards (Sandbleche)
Robuste Platten mit Grip-Profil, die unter die Antriebsräder gelegt werden, wenn ein Fahrzeug in Sand, Schnee oder Schlamm feststeckt. Sie gehören zur Grundausstattung jeder Wüsten- und Wintertour, etwa die PAXSON RAMP Bergeboards.
Bergepunkt
Vom Hersteller oder Zubehör vorgesehener, ausreichend belastbarer Anschlagpunkt am Rahmen, an dem Bergegurte und Schäkel befestigt werden. Abschleppösen für den Straßenverkehr sind dafür oft nicht ausgelegt.
Biwak
Einfaches Nachtlager unter freiem Himmel, oft nur mit Schlafsack, Isomatte und Tarp. Beim Overlanding wird der Begriff auch für spontane Übernachtungen am Fahrzeug verwendet.
Bodenfreiheit
Abstand zwischen Fahrbahn und tiefstem Fahrzeugteil, meist dem Differenzial. Größere Reifen erhöhen die Bodenfreiheit unter den Achsen, eine Höherlegung zusätzlich unter Karosserie und Rahmen. Wie sich Reifen und Fahrwerk auswirken, zeigt unser Fahrzeughöhen-Rechner.
Böschungswinkel
Der maximale Winkel, mit dem ein Fahrzeug eine Steigung anfahren (vorne) oder verlassen (hinten) kann, ohne mit Stoßstange oder Anhängerkupplung aufzusetzen. Zusammen mit dem Rampenwinkel bestimmt er die Geländegängigkeit.
Box-Organizer
Einsatz oder Taschensystem, das den Innenraum einer Transportbox in Fächer teilt. So bleiben Werkzeug, Kochzeug und Kleinteile sortiert und klappern nicht – siehe Zubehör für PAXSON Boxen.
Bullbar
Frontbügel aus Stahl oder Aluminium, der Kühler und Front schützt und oft eine Seilwinde aufnimmt. In der EU sind nur Bügel mit Typgenehmigung oder Eintragung erlaubt.
Bushcraft
Fähigkeiten und Techniken, um sich mit wenig Ausrüstung in der Natur zu versorgen – Feuer machen, Unterkunft bauen, Wasser aufbereiten. Viele Overlander kombinieren Bushcraft-Wissen mit moderner Ausrüstung.

C

Camping-Dusche
Mobile Dusche für unterwegs, betrieben per Akku-Pumpe, Schwerkraft oder Druck. Akku-Duschen saugen Wasser aus einem Kanister oder Eimer an und liefern einen gleichmäßigen Strahl – ideal für Camp, Strand und Van. Beispiele findest du bei unseren Camping-Duschen.
Camping-Grill
Kompakter Grill für unterwegs, meist mit Gaskartusche oder Holzkohle. Gasgrills sind schnell einsatzbereit und sauber, Modelle aus Edelstahl lassen sich flach verstauen – siehe Camping-Grills.
Campingkocher
Tragbarer Kocher für Gaskartuschen, Benzin oder Spiritus. Gaskocher sind am einfachsten zu bedienen; bei Kälte und in großer Höhe arbeiten Mehrstoffkocher zuverlässiger.
Campingstuhl
Faltbarer Stuhl für Camp und Strand. Wichtig sind ein kleines Packmaß, eine stabile Konstruktion und Füße, die im Sand nicht einsinken – wie beim Expander Campingstuhl.
Cargo Box
Englischer Begriff für eine Transport- oder Staubox, die auf Dachträger, Ladefläche oder im Kofferraum genutzt wird. Offroad-taugliche Cargo Boxen sind wasser- und staubdicht, robust und abschließbar, wie unsere Offroad & Camping Boxen.
Crawl Ratio
Die Gesamtuntersetzung aus erstem Gang, Untersetzungsgetriebe und Achsübersetzung. Ein hohes Crawl Ratio (z. B. 50:1 oder mehr) erlaubt extrem langsames, kontrolliertes Fahren über Fels.

D

Dachlast
Das maximal zulässige Gewicht auf dem Fahrzeugdach, inklusive Dachträger. Man unterscheidet die dynamische Dachlast während der Fahrt und die meist deutlich höhere statische Dachlast im Stand, etwa für ein Dachzelt mit Personen. Die Werte stehen im Handbuch von Fahrzeug und Dachträger.
Dachträger (Plattform)
Flache Trägerplattform aus Aluminium oder Stahl, auf der Boxen, Dachzelt, Markise, Bergeboards und Kanister befestigt werden. Bekannte Systeme sind Rhino-Rack Pioneer und Front Runner. PAXSON Boxen lassen sich mit dem Quick Release System werkzeuglos darauf montieren.
Dachzelt
Zelt, das auf dem Dachträger montiert ist und in wenigen Minuten aufgeklappt wird. Man unterscheidet Hartschalen- und Softshell-Dachzelte. Wichtig ist die statische Dachlast des Fahrzeugs.
Differenzial
Ausgleichsgetriebe, das unterschiedliche Raddrehzahlen in Kurven ermöglicht. Im Gelände ist es ein Nachteil: Verliert ein Rad die Haftung, dreht es durch und das andere bleibt stehen. Abhilfe schaffen Differenzialsperren.
Differenzialsperre
Sperrt das Differenzial, sodass beide Räder einer Achse mit gleicher Drehzahl laufen. So erhält auch das Rad mit Bodenkontakt Kraft. Sperren gibt es manuell, elektrisch, pneumatisch oder als selbstsperrendes Differenzial (LSD).
Drehmoment
Die Kraft, mit der ein Motor die Kurbelwelle dreht, angegeben in Newtonmeter (Nm). Im Gelände zählt viel Drehmoment bei niedriger Drehzahl mehr als hohe Spitzenleistung.
Dry Bag
Wasserdichter Packsack mit Roll-Top-Verschluss. Der Verschluss wird mindestens dreimal eingerollt und mit einer Schnalle gesichert. Dry Bags schützen Kleidung und Elektronik bei Kanu, Regen und Flussdurchfahrt – zum Beispiel unsere Dry Bags und Dry Bag Rucksäcke.
Duffle Bag
Zylindrische Reisetasche mit großer Öffnung und Tragegriffen, oft mit Schultergurt. Duffle Bags aus gewachstem Canvas sind wasserabweisend und robust – siehe unsere Duffle Bags.

E

Einzelradaufhängung
Jedes Rad ist einzeln geführt und gefedert. Das bringt mehr Komfort und bessere Straßenlage, aber meist weniger Verschränkung als eine Starrachse. Viele moderne Geländewagen haben vorne Einzelradaufhängung.
Erste-Hilfe-Set
Sammlung von Verbandsmaterial und Hilfsmitteln für Notfälle. Für Offroad-Touren empfiehlt sich ein erweitertes Set mit Wundversorgung, Rettungsdecke, Druckverband und Werkzeug, das nach Einsatzzweck sortiert ist – wie unsere Erste-Hilfe-Sets.
Expeditionsfahrzeug
Fahrzeug, das für lange, autarke Reisen in abgelegenen Regionen ausgebaut ist – mit Schlafplatz, Wasser- und Stromversorgung, Stauraum und verstärktem Fahrwerk. Basis sind oft Geländewagen, Pick-ups oder Lkw.

F

Fahrwerk
Gesamtheit aus Federn, Dämpfern, Lenkern und Achsen. Offroad-Fahrwerke bieten mehr Federweg, höhere Zuladung und oft eine Höherlegung; sie müssen in Deutschland eingetragen werden.
Feuerstahl
Stab aus einer Cer-Eisen-Legierung, der beim Abziehen mit einer Klinge heiße Funken erzeugt. Funktioniert auch nass und in großer Höhe und gehört in jede Notfallausrüstung.
Flussdurchfahrt
Durchqueren eines Gewässers mit dem Fahrzeug. Vorher Tiefe und Untergrund prüfen, möglichst zu Fuß. Die maximale Wattiefe des Fahrzeugs darf nicht überschritten werden; ein Schnorchel verlagert die Luftansaugung nach oben.
Full-Time 4WD
Permanenter Allradantrieb mit Mitteldifferenzial, der auch auf festem Untergrund gefahren werden kann. Für schweres Gelände wird das Mitteldifferenzial meist gesperrt.

G

Gaskartusche
Behälter mit Flüssiggas für Kocher und Grills, meist Butan-Propan-Gemisch. Bei Kälte sinkt der Druck; Wintermischungen mit höherem Propananteil funktionieren besser.
Geländewagen
Fahrzeug mit Allradantrieb, Untersetzung und hoher Bodenfreiheit, das für unbefestigtes Gelände gebaut ist. Klassiker sind Land Rover Defender, Toyota Land Cruiser, Jeep Wrangler, Mercedes G-Klasse und Suzuki Jimny.
Gesamtgewicht (zulässiges)
Das maximale Gewicht, das ein Fahrzeug inklusive Insassen, Ladung und Ausbau haben darf. Overlander kommen durch Dachträger, Boxen, Wasser und Umbauten schnell an diese Grenze – regelmäßiges Wiegen ist empfehlenswert.
Gewachstes Canvas
Dicht gewebter Baumwollstoff, der mit Wachs imprägniert ist. Er ist wasserabweisend, sehr strapazierfähig und entwickelt mit der Zeit eine Patina. Typisch für Taschen im Vintage-Stil.
GPS-Track
Aufgezeichnete Route als Folge von Koordinaten, meist im GPX-Format. Tracks lassen sich auf Navigationsgeräte und Apps laden, um bekannte Offroad-Strecken nachzufahren.
Gusseisen
Schweres, sehr wärmespeicherndes Material für Pfannen und Töpfe (Dutch Oven). Es verteilt Hitze gleichmäßig und eignet sich ideal für das Kochen über offenem Feuer.

H

Hardtop
Festes, abnehmbares Dach für Pick-ups oder Cabrio-Geländewagen. Es schützt die Ladung, lässt sich abschließen und kann bei Expeditionsaufbauten Dachzelt oder Dachträger tragen.
Hi-Lift-Wagenheber
Mechanischer Hubwagenheber mit großer Hubhöhe, mit dem Fahrzeuge im Gelände angehoben oder kurze Strecken gezogen werden können. Die Handhabung erfordert Übung, da er unter Last gefährlich sein kann.
Hill Descent Control (Bergabfahrhilfe)
Elektronisches System, das bei steilen Abfahrten automatisch bremst und eine niedrige, konstante Geschwindigkeit hält. Der Fahrer kann sich ganz auf die Lenkung konzentrieren.
Höherlegung
Vergrößerung der Bodenfreiheit durch längere Federn, Distanzstücke oder ein komplettes Lift-Kit. In Deutschland muss eine Höherlegung eingetragen werden. Die Auswirkung auf die Fahrzeughöhe berechnet unser Fahrzeughöhen-Rechner; was ein kompletter Umbau kostet, zeigt der Offroad-Umbau-Kalkulator.

I

IP-Schutzart (IP67)
Angabe nach DIN EN 60529, wie gut ein Gehäuse gegen Staub (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. IP67 bedeutet staubdicht und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen.
Isomatte
Matte, die beim Schlafen vor Bodenkälte schützt. Der R-Wert gibt die Isolationsleistung an – für Wintercamping sollte er bei 4 oder höher liegen.

J

Jerrycan
Robuster Kanister für Kraftstoff oder Wasser, ursprünglich mit 20 Litern Inhalt. Für Wasser werden lebensmittelechte Kanister verwendet; Kraftstoffkanister müssen zugelassen sein.

K

Kinetisches Bergeseil
Dehnbares Seil, das sich bei der Bergung streckt und die gespeicherte Energie wieder abgibt. Dadurch wird das festsitzende Fahrzeug sanft und wirkungsvoll herausgezogen. Nur an geeigneten Bergepunkten verwenden.
Klappspaten
Zusammenklappbare Schaufel, mit der man festgefahrene Räder freigräbt, Rampen anlegt oder die Feuerstelle vorbereitet. Gehört neben den Bergeboards zur wichtigsten Bergeausrüstung.
Kompressor
Luftpumpe, um nach dem Airing Down den Reifendruck wieder zu erhöhen. Fest verbaute 12-V-Kompressoren können auch pneumatische Differenzialsperren versorgen.
Kühlbox
Passive Kühlboxen halten mit Kühlakkus einige Tage kühl, Kompressorkühlboxen arbeiten wie ein Kühlschrank mit 12 V und können sogar gefrieren. Wichtig ist eine Zweitbatterie, damit die Starterbatterie nicht leerläuft.
Kotflügelverbreiterung
Anbauteile, die breitere Reifen oder Spurverbreiterungen vollständig abdecken. In Deutschland müssen die Räder von oben betrachtet abgedeckt sein, sonst gibt es keine Eintragung.

L

Ladebooster
Gerät, das während der Fahrt die Zweitbatterie mit der optimalen Ladespannung lädt – auch bei modernen Lichtmaschinen mit intelligenter Regelung.
Ladefläche
Offener Laderaum eines Pick-ups. Mit Boxen, Hardtop oder Auszugssystemen wird sie zum geordneten Stauraum für Ausrüstung.
LED-Zusatzscheinwerfer
Fernscheinwerfer oder Arbeitsleuchten, die nachts abseits der Straße für Licht sorgen. Im Straßenverkehr sind nur zugelassene und korrekt eingetragene Scheinwerfer erlaubt.
LLDPE
Linear Low Density Polyethylen: zäher, schlagfester Kunststoff, der im Rotationsguss zu nahtlosen, wasserdichten Behältern verarbeitet wird. Er bleibt auch bei Kälte flexibel und ist UV-beständig – ideal für Offroad-Boxen.
Luftdruck (Reifen)
Der Reifendruck bestimmt Aufstandsfläche, Grip und Komfort. Im Gelände wird er oft deutlich gesenkt, im Sand noch weiter; auf der Straße gilt immer der Wert des Herstellers.

M

Montageplatte
Adapterplatte, mit der Boxen, Halterungen oder Zubehör auf Dachträgern und Querträgern befestigt werden.
Mud-Terrain-Reifen (MT)
Reifen mit grobem, offenem Profil für Schlamm und Fels. Sie bieten maximalen Grip im Gelände, sind auf der Straße aber lauter und nutzen sich schneller ab.
Mückenschutz (Repeller)
Geräte, die Wirkstoffplättchen erwärmen und so eine Schutzzone gegen Mücken aufbauen – ohne Spray auf der Haut. Für Camp und Terrasse eignen sich akkubetriebene Repeller, siehe Mückenschutz.

N

Notfallausrüstung
Grundausstattung für Pannen und Notfälle: Erste-Hilfe-Set, Warnweste, Bergegurt, Schäkel, Bergeboards, Werkzeug, Wasser, Stirnlampe und eine Kommunikationsmöglichkeit.

O

Offline-Karten
Kartenmaterial, das vorab auf Smartphone oder Navigationsgerät geladen wird und ohne Mobilfunknetz funktioniert. Für abgelegene Regionen unverzichtbar.
Offroad
Fahren abseits befestigter Straßen – auf Schotter, Sand, Schlamm, Fels oder Schnee. In Deutschland ist Offroad-Fahren nur auf freigegebenen Strecken und Geländen erlaubt.
Offroad-Box
Wasser- und staubdichte, robuste Transportbox für Fahrzeug und Camp. Gute Boxen sind abschließbar, stapelbar und lassen sich sicher auf Dachträger oder Ladefläche befestigen. Welche Größe passt, zeigt der Offroad Box Vergleich.
Overlanding
Selbstständiges Reisen mit dem Fahrzeug über lange Strecken, bei dem der Weg das Ziel ist. Übernachtet wird meist im Dachzelt oder Fahrzeug, die Ausrüstung ist auf Autarkie ausgelegt. Overlanding verbindet Offroad, Camping und Fernreise.

P

Part-Time 4WD
Zuschaltbarer Allradantrieb ohne Mitteldifferenzial. Er darf nur auf losem Untergrund genutzt werden, da auf Asphalt Verspannungen im Antriebsstrang entstehen.
Pick-up
Fahrzeug mit offener Ladefläche, häufig mit Allradantrieb. Beliebte Basis für Expeditionsaufbauten, etwa Toyota Hilux, Ford Ranger oder Jeep Gladiator.
Piste
Unbefestigter Fahrweg aus Schotter, Sand oder Erde. Typisch für Overlanding-Routen in Skandinavien, Nordafrika oder Osteuropa.
Powerstation
Tragbarer Akku mit Steckdosen und USB-Anschlüssen, der Kühlbox, Licht und Elektronik im Camp versorgt. Geladen wird per Solarmodul, 12-V-Bordnetz oder Steckdose.

Q

Quick Release System
Schnellverschluss, mit dem eine Box ohne Werkzeug in Sekunden auf dem Dachträger verriegelt und wieder abgenommen wird. Das PAXSON Quick Release System gibt es passend für die Boxen in 95 L und 66 L sowie für die Frontier Box.

R

Radstand
Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse. Ein kurzer Radstand macht ein Fahrzeug wendig und verbessert den Rampenwinkel, ein langer Radstand bringt mehr Laufruhe und Platz.
Rampenwinkel (Breakover Angle)
Gibt an, über welche Kuppe ein Fahrzeug fahren kann, ohne mit dem Unterboden zwischen den Achsen aufzusetzen. Ein kurzer Radstand und viel Bodenfreiheit vergrößern ihn.
Recovery (Bergung)
Das Befreien eines festgefahrenen Fahrzeugs mit Bergeboards, Seilwinde, Bergeseil oder Schaufel. Sicherheit geht vor: Zuschauer fernhalten und nur geeignete Bergepunkte nutzen. Schritt für Schritt hilft der PAXSON Bergehelfer.
Reifengröße
Angabe wie 265/70 R17 (Breite in mm / Querschnittsverhältnis in % / Felgendurchmesser in Zoll) oder im Zollformat wie 33x12.5R17. Größere Reifen erhöhen die Bodenfreiheit und verändern die Tachoanzeige.
Rock Slider
Stabile Rohre oder Profile unter den Schwellern, die die Karosserie beim Aufsetzen auf Felsen schützen und als Trittstufe dienen können.
Roll-Top-Verschluss
Verschluss, bei dem die Öffnung mehrfach eingerollt und mit einer Schnalle fixiert wird. Er macht Taschen und Rucksäcke wasserdicht.

S

Sandfahren
Fahren auf losem Sand erfordert reduzierten Reifendruck, gleichmäßigen Schwung und möglichst wenig Lenkbewegungen. Bergeboards und Schaufel sollten immer griffbereit sein.
Schäkel
U- oder Omega-förmiges Verbindungsstück aus Stahl, mit dem Bergegurte an Bergepunkten befestigt werden. Soft-Schäkel aus Kunstfaser sind leichter und weniger gefährlich, falls etwas reißt.
Schlafsack (Komfortbereich)
Der Komforttemperaturbereich nach EN ISO 23537 gibt an, bis zu welcher Außentemperatur man entspannt schläft. Der Extremwert ist nur ein Überlebenswert und kein Richtwert für erholsamen Schlaf.
Schnorchel
Hoch geführte Luftansaugung, die das Eindringen von Wasser und Staub in den Motor verhindert. Wichtig für Flussdurchfahrten und staubige Pisten.
Seilwinde
Elektrisch oder hydraulisch betriebene Winde, meist in der Frontstoßstange, mit der sich ein Fahrzeug selbst aus schwierigem Gelände ziehen kann. Die Zugkraft sollte etwa das 1,5-fache des Fahrzeuggewichts betragen.
Solarmodul
Faltbare oder fest auf dem Dach montierte Module, die Zweitbatterie oder Powerstation im Stand laden. Sie machen längere Aufenthalte ohne Landstrom möglich.
Spurweite
Abstand zwischen den Radmitten einer Achse. Eine breitere Spur verbessert die Kippstabilität, muss aber durch Kotflügel abgedeckt sein.
Standheizung
Kraftstoffbetriebene Heizung, die Fahrzeug oder Kabine unabhängig vom Motor wärmt. Unverzichtbar für Wintercamping im Fahrzeug.
Starrachse
Achsbauweise, bei der beide Räder über ein starres Achsrohr verbunden sind. Sie ist robust und bietet viel Verschränkung, federt auf der Straße aber weniger komfortabel als eine Einzelradaufhängung.
Stirnlampe
Lampe mit Kopfband, die beide Hände frei lässt. Modelle mit Bewegungssensor lassen sich per Handbewegung schalten, praktisch beim Kochen oder Schrauben, etwa die PAXSON Stirnlampe.

T

Tachoabweichung
Durch größere Reifen dreht sich das Rad pro Kilometer seltener, der Tacho zeigt weniger an, als tatsächlich gefahren wird. Die Abweichung lässt sich mit dem Fahrzeughöhen-Rechner berechnen.
Tarp
Leichte, wasserdichte Plane, die mit Leinen und Stangen als Regen- oder Sonnenschutz gespannt wird. Vielseitig einsetzbar als Vorzelt, Küchendach oder Biwakdach.
Trail
Geländestrecke oder Weg, der mit dem Fahrzeug, Motorrad oder zu Fuß befahren bzw. begangen wird. Offroad-Trails werden häufig nach Schwierigkeitsgraden eingeteilt.
Traktion
Die Fähigkeit eines Reifens, Antriebskraft auf den Untergrund zu übertragen. Sie hängt von Reifenprofil, Luftdruck, Gewicht und Untergrund ab.

U

Unterfahrschutz
Stahl- oder Aluminiumplatten, die Motor, Getriebe und Tank vor Steinen und Aufsetzern schützen.
Untersetzung (Low Range)
Zusätzliche Getriebestufe, die die Übersetzung etwa um den Faktor 2 bis 4 verkürzt. Das Fahrzeug fährt langsamer, aber mit deutlich mehr Kraft – entscheidend für steile Anstiege, Abfahrten und Fels.

V

Vanlife
Leben und Reisen im ausgebauten Kastenwagen oder Bus. Im Unterschied zum Overlanding liegt der Fokus meist auf befestigten Straßen und Komfort.
Verteilergetriebe
Getriebe, das die Motorkraft auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Bei Geländewagen enthält es meist auch die Untersetzung und gegebenenfalls das Mitteldifferenzial.
Verzurren
Sichern der Ladung mit Zurrgurten an Zurrpunkten, damit sie bei Bremsung und Unebenheiten nicht verrutscht. Auf Dachträgern ist eine sichere Befestigung Pflicht.

W

Wasserfilter
Filter, der Bakterien und Schwebstoffe aus Bach- oder Seewasser entfernt. Gegen Viren und Chemikalien helfen nur Systeme mit zusätzlicher Aktivkohle oder Desinfektion.
Wattiefe
Die maximale Wassertiefe, die ein Fahrzeug ohne Schaden durchfahren kann. Sie steht im Handbuch und lässt sich mit einem Schnorchel erhöhen.
Wendekreis
Durchmesser des Kreises, den ein Fahrzeug bei vollem Lenkeinschlag beschreibt. Ein kleiner Wendekreis ist auf engen Waldwegen ein großer Vorteil.
Wildcamping
Übernachten außerhalb offizieller Campingplätze. In Deutschland ist es grundsätzlich nicht erlaubt; in Skandinavien gilt vielerorts das Jedermannsrecht mit klaren Regeln.
Winterreifen (3PMSF)
Reifen mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke), die für Schnee und Kälte zugelassen sind. Welche Reifen sich für Geländewagen eignen, zeigt unser Winterreifentest.

Z

Zuladung
Differenz zwischen zulässigem Gesamtgewicht und Leergewicht. Sie umfasst Insassen, Gepäck, Wasser und alle nachträglich verbauten Teile.
Zurrgurt
Gurt mit Ratsche oder Klemmschloss, mit dem Ladung gesichert wird. Für Dachträger und Boxen eignen sich gepolsterte Gurte, die keine Kratzer hinterlassen.
Zweitbatterie
Zusätzliche Batterie, die Kühlbox, Licht und Kompressor versorgt, ohne die Starterbatterie zu entladen. Ein Trennrelais oder Ladebooster lädt sie während der Fahrt.